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Enrobe

„Wir schätzen diese Riesenchance“

25/02/2025  BY  Martina Müllner


Das Schweizer Start-up Enrobe betrat im Herbst 2024 die Resale-Bühne. Das Besondere: Es wird von Lernenden der Loeb AG in kompletter Eigenregie geführt. In der zweiten Etage des Kaufhauses verfolgt das junge Team aus Biel große Ziele: Nachhaltigkeit und Employee-Branding gehen hier Hand in Hand.

Text: Martina Müllner. Fotos: Enrobe

Ihr habt dieses wunderbare Projekt auf die Beine gestellt. Wie ist es dazu gekommen, Michèle?

Michèle Gottier, CEO Enrobe: Die Idee kam von unserem CEO Ronald Christen. Er hat in New York an einem Kongress teilgenommen und dort ein ähnliches Projekt gesehen, bei dem Lernende eigenständig einen Store aufgebaut haben. Das fand er so inspirierend, dass er das Konzept auch hier in der Schweiz bei der Loeb AG umsetzen wollte. Im Dezember stellte er uns seine Vision vor. Am Anfang hatten wir viele Fragen und mussten uns auch ehrlich gesagt an die große Gestaltungsfreiheit gewöhnen. Schritt für Schritt wuchs das Projekt und im September 2024 war Eröffnung.

Zielt Enrobe bewusst darauf, der Loeb AG eine jüngere Zielgruppe zu eröffnen?

Ja, genau. Es ist heutzutage im Trend, Secondhand-Ware zu kaufen, auch gerade mit Flohmärkten oder Resellern, die von Influencern gepusht werden. Deswegen wollte unser CEO unbedingt eine junge Zielgruppe ansprechen, denn Loeb richtet sich sonst eher an eine ältere Kundschaft. Wenn wir mit Enrobe die junge Zielgruppe erreichen, ist das wie ein Jackpot für uns.

Ein mutiger Schritt, vor allem in einem sehr klassisch gelagerten Kaufhaus. Kommen die jungen Leute, die ihr als Zielgruppe ansprechen wollt?

Teilweise schon. Viele sind einfach neugierig auf den Laden und schauen, was es mit diesem Projekt auf sich hat. Aber es ist definitiv noch ein Weg, die Reichweite zu erhöhen und die Kunden wirklich nach Biel zu locken. Es braucht mehr Werbung, um zu zeigen, dass unser Geschäft einen Besuch wert ist.

Wie wichtig war dir persönlich diese Möglichkeit?

Für mich war es eine Riesenchance! Dass ich schon im dritten Lehrjahr so viel Verantwortung übernehmen und diese Erfahrungen machen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Ich schätze das enorm, weil ich dadurch so viel lerne und selbstständiger werde. Und es wird ein schwieriger Abschied, denn schon bald beginnen meine Prüfungen. Weil Enrobe nur von Lernenden geführt wird, werde ich danach aus dem Projekt ausscheiden.

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